Die drei folgenden Texte werde ich meinem Freund Claude Forget (1949-2008) widmen. Am 30 September 2019 wäre Claude 70 Jahre alt geworden. Er war vor allem ein leidenschaftlicher Aktivist für den Unabhängigen Film, unter anderem auch als Leiter der einstigen Verleih-Kooperative “Cinéma Libre” in Montréal. Bei einigen Filmen ertappe ich mich immer bei dem Wunsch, mit ihm darüber zu reden.

Einer der drei Texte ist über den dritten Film von Richard Brouillette, Oncle Bernard. Mit Richard Brouillette war Claude sehr eng befreundet und Brouillette´s erster Film war ein Porträt des wohl einflussreichsten Indpendent-Filmemachers Gilles Groulx, Trop cèst Assez (1995).

Ein anderer Text ist über Songs of Revolution von Bill Mousoulis. Ob Claude jemals etwas von Bill Mousoulis gehört hat, weiss ich nicht. Der australische Filmemacher mit griechischen Wurzeln somm mehr als 100 Filme in unterschiedlichen Längen und Formaten gemacht haben. Ich bin mir sicher, Claude hätte die Filme von Bill Mousoulis geliebt – und ich stelle mir vor – Claude hätte in dem australischen Filmemacher auch eine verwandte Seele gefunden. Bill Mousoulis ist ein Filmemacher aber auch wie Claude ein leidenschaftlicher Aktivist für den Unabhängigen Film.

Der dritte Film, Anamika Bandopadhyays The Third Breast ist ein anderes Beispiel für den Unabhängigen Film. Eher ein No,- als ein Low Budget Film, dessen Entstehung ich von Anfang an begleitet habe wurde leider nur selten gezeigt. Die Filme der Inderin Anamika Bandopadhyay und die ses Australiers Bill Mousoulis zeigen eindrucksvoll wie reich ein unabhängiger Film sein kann, wenn er auch mit noch so bescheidenen Mitteln gemacht werden muss. Zunächst habe ich die drei Texte erst einmal ohne Hintergedanken ausgewählt – und zwar aus einem durch meinen englischsprachigen Blog recht umfangreichen Reservoir an Texten. Erst später wurde mir klar, dass ich sie unbewusst für Claude ausgewählt habe. So stelle ich mir vor die Filme würden hintereinander an einem Tag in einem Kino gezeigt werden.

Und eins ist sicher ohne Claude hätte ich nie meinen Zugang zum Unabhängigen Film gefunden.

Rüdiger Tomczak